Fußbodenheizung - Nasssystem

Bei einem Nasssystem werden die Heizrohre innerhalb des Estrichaufbaus verlegt und anschließend vollständig mit Estrich überdeckt. Der Estrich übernimmt dabei neben seiner Funktion als Bodenaufbau, auch die Aufgabe eines großflächigen Wärmeleiters. Die vom Heizrohr abgegebene Wärme wird über den Estrich gleichmäßig an die Bodenoberfläche übertragen. Das Multitherm Nasssystem ermöglicht unterschiedliche Aufbauvarianten und kann dadurch an die jeweiligen Anforderungen eines Neubau- oder Sanierungsprojekts angepasst werden. Je nach gewähltem System stehen unterschiedliche Lösungen für Rohrbefestigung, Wärmedämmung und Trittschallschutz zur Verfügung.

Das Nasssystem bietet eine Kombination aus effizienter Wärmeübertragung, flexibler Rohrverlegung und robustem Systemaufbau. Durch die Einbettung der Heizrohre in den Estrich entsteht eine große Wärmeübertragungsfläche, wodurch die Wärme gleichmäßig an den Raum abgegeben werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die flexible Planung der Rohrkreise. Über unterschiedliche Verlege abstände lässt sich die Heizleistung an den Wärmebedarf einzelner Räume anpassen. Ergänzend stehen verschiedene Systemplatten und Befestigungslösungen zur Verfügung, sodass der Fußbodenaufbau entsprechend den Anforderungen an Wärmedämmung, Trittschall und verfügbare Aufbauhöhe geplant werden kann.

Wir bieten mehrere Systemlösungen für die klassische Fußbodenheizung im Nassaufbau an. Dazu gehören unter anderem Tackersysteme, Trägersysteme mit unterschiedlichen Dämmvarianten sowie Klettsystem. Die verschiedenen Systeme unterscheiden sich insbesondere in der Art der Rohrbefestigung und im jeweiligen Bodenaufbau. Dadurch kann die passende Lösung abhängig von Untergrund, Dämmanforderungen, Aufbauhöhe, Verlegekonzept und Montageanforderungen ausgewählt werden.

Beim Multitherm Tackersystem werden die Heizrohre auf einer dafür vorgesehenen Systemplatte positioniert und mit Tackernadeln mechanisch befestigt. Die Systemplatte bildet dabei die Grundlage für eine definierte und übersichtliche Rohrverlegung. Ein integriertes 5-cm-Raster unterstützt den Monteur bei der Einhaltung der geplanten Verlegeabstände. Dadurch können die Rohrkreise entsprechend der hydraulischen und thermischen Auslegung verlegt werden.

Die Systemplatte verfügt über ein 5-cm-Raster, wodurch unterschiedliche Verlegeabstände realisiert werden können. In der Praxis werden die Abstände abhängig von der erforderlichen Heizleistung, der Raumgeometrie, dem Bodenbelag und der Auslegung der einzelnen Heizkreise festgelegt.

Damit kann beispielsweise in Bereichen mit höherem Wärmebedarf ein engerer Rohrabstand vorgesehen werden, während in weniger wärmebelasteten Bereichen größere Abstände möglich sind.

Die endgültige Festlegung des Verlegeabstands sollte immer auf Grundlage der Heizlast- und Fußbodenheizungsauslegung erfolgen. Dadurch wird sichergestellt, dass die erforderliche Wärmeleistung mit geeigneten Vorlauftemperaturen und hydraulisch abgestimmten Heizkreisen erreicht wird.

Für unsere Nasssysteme stehen unterschiedliche Rohrlösungen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise mehrschichtige PE-RT-Rohre sowie Metallverbundrohre.

Die Rohrkonstruktion ist für den Einsatz in Flächenheizungen ausgelegt und muss insbesondere hinsichtlich Temperaturbeständigkeit, Druckbelastbarkeit, Sauerstoffdichtheit und Langzeitstabilität den Anforderungen der Heizungsanlage entsprechen.

Die Systemplatte erfüllt je nach Ausführung mehrere Funktionen innerhalb des Fußbodenaufbaus. Sie kann als Träger für die Heizrohre dienen und gleichzeitig Anforderungen an die Wärme- und Trittschalldämmung erfüllen. Bei einer entsprechenden Systemplatte wird die Montage der Heizrohre vereinfacht, da das Verlegebild direkt auf der Platte umgesetzt werden kann. Dadurch lassen sich Rohrabstände und Rohrverläufe während der Installation leichter kontrollieren. Multitherm bietet sowohl Systemlösungen mit integrierter Dämmung als auch Systemplatten ohne Dämmung an. Dadurch kann der Dämmaufbau flexibler an die vorhandene Konstruktion angepasst werden.

Eine Systemplatte ohne integrierte Dämmung bietet insbesondere bei Bodenaufbauten Vorteile, bei denen die Wärmedämmung separat geplant oder bereits durch andere Bauteilschichten bereitgestellt wird. Die Rohrträgerfunktion kann dadurch unabhängig von der eigentlichen Dämmstoffauswahl realisiert werden. Das ermöglicht eine größere Flexibilität bei der Planung des Gesamtaufbaus, beispielsweise wenn bestimmte Anforderungen hinsichtlich Wärmeschutzes, Trittschall, Druckfestigkeit oder Aufbauhöhe erfüllt werden müssen.

Eine fachgerechte Rohrverlegung ist entscheidend für die spätere Funktion der Fußbodenheizung. Die Heizkreise sollten entsprechend der vorhergehenden Planung verlegt und hinsichtlich Rohrlänge, Verlege abstand und hydraulischer Auslegung abgestimmt werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Bereiche wie Randzonen, größere Fensterflächen und Räume mit erhöhtem Wärmebedarf. Hier kann eine angepasste Rohrführung bzw. ein engerer Verlege abstand sinnvoll sein. Darüber hinaus sind die zulässigen Biegeradien des verwendeten Heizrohres einzuhalten. Nach der Montage sollten die Heizkreise entsprechend den geltenden technischen Vorgaben geprüft und einer Druckprüfung unterzogen werden, bevor der Estrich eingebracht wird.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Art der Rohrbefestigung. Beim Tackersystem werden die Heizrohre mit speziellen Tackernadeln auf der Systemplatte befestigt. Beim Klettsystem verfügen Rohr und Trägerfläche über ein aufeinander abgestimmtes Klettsystem, wodurch die Heizrohre entsprechend dem geplanten Verlegebild positioniert und fixiert werden können.

Die erforderliche Heizleistung wird nicht allein über den Rohrabstand bestimmt. Grundlage ist zunächst die Heizlast des jeweiligen Raumes. Darauf aufbauend werden unter anderem Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Rohrtyp, Rohrabstand, Bodenaufbau und Bodenbelag berücksichtigt. Ein kleinerer Rohrabstand erhöht grundsätzlich die Wärmeabgabe der beheizten Fläche und ermöglicht eine gleichmäßigere Temperaturverteilung. Gleichzeitig kann dadurch die erforderliche Vorlauftemperatur reduziert werden. Eine professionelle Auslegung ist daher entscheidend, um die gewünschte Raumtemperatur mit einem möglichst effizienten und hydraulisch abgestimmten Heizsystem zu erreichen.

Fußbodenheizungen arbeiten aufgrund ihrer großen Wärmeübertragungsfläche mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen. Das ist insbesondere für moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen interessant, da deren Effizienz wesentlich von der erforderlichen Vorlauftemperatur beeinflusst wird. Ein passend ausgelegtes Multitherm Nasssystem kann dabei eine gleichmäßige Wärmeverteilung über die gesamte Bodenfläche ermöglichen. Voraussetzung ist eine korrekte Dimensionierung der Heizkreise sowie eine auf das Gebäude abgestimmte hydraulische und thermische Auslegung.

Multitherm bietet ein modulares Systemkonzept für die wassergeführte Fußbodenheizung, das unterschiedliche Anforderungen an Rohrbefestigung, Dämmung und Bodenaufbau abdecken kann. Durch die Kombination verschiedener Systemplatten, Rohrlösungen und Befestigungssysteme lässt sich der Aufbau auf die jeweilige Bausituation abstimmen. Gleichzeitig unterstützen definierte Raster und aufeinander abgestimmte Systemkomponenten eine effiziente und fachgerechte Montage. Damit bietet Multitherm eine Lösung, die sowohl für klassische Neubauprojekte als auch für anspruchsvollere Sanierungs- und Renovierungsanwendungen geeignet ist.